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Team Leutheuser triumphiert am Nürburgring

Platz 1/2/3 und 7 beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring

Teamchef Christian Leutheuser präsentiert stolz das Teamergebnis. Fotos: Höhn

Mit dabei wieder die rein französische Besatzung auf dem 1er Coupé, mit Pierre de Thoisy, Philippe Haezebrouck und Maxence Maurice, der Thierry Depoix ersetzte. Sie stellten sich als Titelverteidiger der Klasse SP 5 (Renntourenwagen bis 3000 ccm) der Herausforderung. In der gleichen Klasse, auf einem BMW M3, waren Wolfgang Lang (Köln), Harald Rettich (Offenburg), Richard Purtscher (Baden Österreich) und René Wolf (Köln) gesetzt. Der BMW M3 E 46 war in der Klasse SP 6 (Renntourenwagen bis 3500 ccm) mit Michael Hess (Kreuzau), Kurt Thiel (Prangins, CH), Hubert Nacken (Steißlingen) und Thorsten Krey (Herborn), der für den erkrankten Ulli Packeisen einsprang. Auf dem neuen Cup-Auto Toyota GT 86 trat eine ganz junge Mannschaft an. Debütant Alexander Kudrass (Lohmar), Dominik Baumann (Rum, A), der letzte Woche das GT-Masters gewann, Hannes Neuhauser (Zell a.d. Ziller, A) und Dirk Lauth, erfolgreicher Mini-Trophäen-Teilnehmer, stellten sich der Herausforderung in der "Grünen Hölle", wie die Nürburgring-Nordschleife liebevoll genannt wird. Das Qualifying verlief für die drei BMW ohne Vorkommnisse. Es wurden die Pflichtrunden abgespult und die Autos geschont. Trotzdem gelang der 1er Besatzung die Pole in der Klasse SP 5, wodurch sie bereits Ansprüche auf eine Siegwiederholung geltend machten. Die beiden Anderen platzierten sich im Mittelfeld ihrer Klassen und konnten, angesichts der Tatsache, dass sie die Performance ihrer Autos nicht voll abgerufen hatten, dem Rennen gelassen entgegen sehen. Einziger Wermutstropfen beim Qualifying war der brutale Einschlag des Toyotas in einen Reifenstapel, der eine komplette Vorderfronterneuerung erforderlich machte. Da das Auto bereits qualifiziert war, konnte dies in aller Ruhe geschehen. Vor dem Rennen lud Team-Chef Christian Leutheuser das gesamte Team zu einer Gedenkminute zu Ehren Herbert Lingmanns. In einer bewegenden Ansprache ging er kurz auf das Wirken des ehemaligen Team-Chefs ein, dem er viel zu verdanken hat. Er schwor sein Team mit den Worten ein: " Gebt alles, wir fahren in Gedenken an Herbert Lingmann und für die Zukunft des Teams Leutheuser". Bei noch trockenem Wetter verlief der Start zum Rennen bei allen drei Startgruppen ohne Probleme. Immer dichter werdende Wolken verhießen allerdings nichts Gutes. So war es nicht verwunderlich, dass nach all den negativen Wetterprognosen, Regenreifen und Intermediates das Boxenbild beherrschten. Die Leutheuser Autos kamen gut weg. Der 1er übernahm sofort die Führung und baute diese kontinuierlich aus. Das Schwesterauto etablierte sich in der Folge unangefochten auf Platz 2. Mehr Gegenwehr hatte der "Graue Kuttenkeuler Wolf" in der Klasse Sp 6. Doch nach zweieinhalb Stunden war die Gegenwehr gebrochen und die Führung war erobert. Sorgen bereitete wiederum der Toyota, der nach etwa einer Stunde mit überhitztem Differenzial an der Box erschien. Nach dem Runterkühlen begann die Fehlersuche, die jedoch kein Ergebnis brachte. Das Auto wurde wieder auf die Strecke geschickt. Doch nach zwei Runden erschien es wieder mit dem gleichen Fehler. Da das Rennen noch im Anfangsstadium war, entschloss sich der Teamchef das Problemteil auszutauschen. Immerhin noch auf Platz 7 reihte sich der Toyota wieder ins Geschehen ein. Mittlerweile hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet. Das Wasser rauschte immer stärker vom Himmel und stellte Fahrer und die Teams vor große Probleme. Dann wurde gegen 22.35 Uhr die rote Flagge gezeigt. Rennabbruch! Der mittlerweile auf Wolkenbruchstärke angeschwollene Regen hatte Teile der Strecke unter Schlamm gesetzt. Außerdem entstanden Nebelbänke, welche die Sicht teilweise auf etwa 20 Meter beschränkten. In der Folge hatte die Rennleitung eine unruhige Nacht. In dreißigminütigem Rhythmus wurde die Strecke inspiziert. Die Streckenhelfer verrichteten ebenfalls Schwerstarbeit, um die Strecke wieder unter Wettbewerbsbedingungen befahrbar zu machen. Als dann um 8 Uhr der Re-Start erfolgte spürte man allgemeines Aufatmen. Der Regen hatte mittlerweile an Intensität nachgelassen und die Strecke war mit Regenreifen ganz gut befahrbar. Die Leutheuser Autos spulten wieder ihre Runden wie Uhrwerke ab. Einen kleinen Aufreger verursachte der BMW M3 in der SP 5, als er mit gebrochener Leitung der variablen Nockenwellensteuerung an der Box erschien. Für die Leutheuser Truppe kein Problem. In fieberhafter Eile wurde das Teil gewechselt und ohne Platzverlust konnte das Auto das Rennen wieder aufnehmen. Dann wurde es nochmals hektisch. 13.40 Uhr zeigte die Boxenuhr als der Funkspruch kam: "SP 6 Einschlag im Abschnitt Pflanzgarten"!  Die Entfernung zwischen Box und dem Abschnitt Pflanzgarten ist zum Glück nicht allzu weit. Christian Leutheuser jagte sofort eine Bergecrew los, um das Auto zwecks Begutachtung an die Box zuholen. Gebrochener Querlenker und Spurstange waren die Schwerpunkte. Die Mechaniker leisteten Unglaubliches. 56 Minuten nach dem Funkspruch jagte der "Graue Wolf" wieder zurück auf die Piste. Die Führung war natürlich futsch. Platz 4 wies der Zeitmonitor aus. Nach tollem Kampf eroberte sich das Quartett Platz 3 und befand sich plötzlich wieder in Schlagdistanz zu den Führenden. Leider reichte die verbleibende Zeit nicht mehr aus um entscheidend anzugreifen. So blieb letztendlich Platz drei nach einer bravourösen Leistung. Unterdessen spulten die beiden SP 5 ihre Runden ab. Das Abwinken auf Platz 1 und 2 sorgte für ohrenbetäubendem Jubel in der Leutheuser Box. Platz 1, 2, 3 und 7 waren für Christian Leutheuser in seiner Debütantenrolle als Teamchef ein Riesenerfolg. Es war bewundernswert, wie er die Aufgabe schulterte. Jederzeit mit taktischen Finessen auf der Höhe und mit unerschütterlicher Ruhe, wenn es brenzlich wurde, führte er sein motiviertes Team souverän zum Erfolg.                    

Im Gesamtklassement wurde nach 88 Runden  Bernd Schneider mit seinen Partnern Jeroen Bleekemolen, Sean Edwards und Nicki Thiim, auf ihrem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 vom Team Black Falcon, als strahlende Gesamtsieger abgewinkt. Für Bernd Schneider ging damit ein Traum in Erfüllung, da er bei seinen bisherigen Einsätzen bei diesem Rennen nie ins Ziel gekommen war. Das Siegerteam legte dabei eine Distanz von 2233,264 Kilometern zurück. In einem atemberaubenden Finish setzte sich das Team BMW Sports Trophy Team Marc VDS mit Maxime Martin, Andrea Piccini, Yelmer Buurmann und Richard Göransson  auf dem BMW Z4 gegen zwei Mercedes-Benz von ROWE-Racing durch. Somit komplettierten Klaus Graf, Thomas Jäger, Jan Seyffarth und Nico Bastian (ROWE-Mercedes-Benz SLS AMG GT3) das Siegerpodest als strahlend Dritte.

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