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Report HAUENSTEIN (D): Lang musste sich unerwartet lang machen

Geschrieben von: Thomas Bubel

Punkt 12 Uhr am Mittag war es, als Klaus Hoffmann mit seinem Opel Astra V8 DTM, bei einem Highspeed-Abflug, durch ein Maisfeld pflügte, was anschließend den Rennverlauf auf den Kopf stellte. Der amtierende Bergmeister entschwand im zweiten Durchgang den zahlreichen Zuschauern in der Jopp-Kurve gleich nach dem Start aus den Blicken und schon flogen kleingehexelte Maispflanzen durch die Luft und der von Tuner Spiess entwickelte V8-Motor verstummte. Mit viel Glück konnte Hoffmann einen Einschlag im angrenzenden Wald vermeiden und wählte die mannshohe Anpflanzung in der Kurveninnenseite, was die hohe Geschwindigkeitsenergie verringerte. Der ex-DTM Bolide behielt dabei die Bodenhaftung, sodass Chassis und Radaufhängungen relativ wenig abbekamen. Karosserie und Anbauteile wurden jedoch von Maiskolben und Stängel arg zerschlagen. Hoffmann blieb bis auf ein paar Kratzer unversehrt. Ob der DM-Spitzenreiter in drei Wochen beim vorletzten Meisterschaftslauf in Unterfranken wieder dabei ist bleibt abzuwarten. Kurioses Pech verbuchte zeitgleich mit Hoffmanns Unfall DM-Mitfavorit Herbert Stolz, der im oberen Teil der 4,2 km langen Strecke mit rot gestoppt wurde nachdem Michael Dandl Teile seines BMW 320 verloren hatte. Später musste auch der Tiroler Regenreifen aufziehen um seine zweiten Lauf zu absolvieren.

 Erst die Bergung des Hoffmann-Astra, dann das mehrfach beschädigte Glasfaserkabel der Zeitnahme und später einsetzender Regen, der die im Vorstartbereich wartenden Kollegen zum Reifenwechsel zwang, bedeutete eine Rennunterbrechung von zwei Stunden. So sah es lange nach einem Gesamtsieger aus der 2-Liter Tourenwagenklasse (Gruppe H und E1) aus, die noch trocken die Hochrhön erklimmen konnten. Der sicher geglaubte Tagessieg für Lokalmatador Uwe Lang (Osella BMW) rückte in weite Ferne. Bei langsam abtrocknender Strecke hatten erst Dieter Rottenberger (BMW 318is STW) als Gesamtführender nach dem ersten Rennlauf, später André Wiebe im BTTC-Renault Laguna, und dann Mario Minichberger (VW Scirocco) die große Überraschung vor Augen, doch Herbert Stolz (Porsche 935 II) und Uwe Lang stellten dann die Hackordnung in einem spannenden letzten Rennlauf wieder her. Als schnellster Pilot im abschließenden dritten Lauf aus dem 2-Liter Lager der Spezial-Tourenwagen durfte Mario Minichberger wohlverdient das Gesamtsiegerpodium als Dritter besteigen, was die beste Platzierung seiner bisherigen Laufbahn bedeutete. Die sich auftuenden Lücken konnte Holger Fladung im zweiten Osella PA 20 BMW im Feld nicht nutzen um unter die Top-3 zu fahren. Der Mann aus dem Mittelrheintal ging im zweiten feuchten Lauf kein Risiko ein und verpasste so den Sprung aufs Treppchen.

Recht zufrieden mit der ersten Ausfahrt im neu erworbenen ex-Nico Rossberg-Dallara F303 Opel Formel 3 war am Sonntagabend der regierende Bergmeister der Rennwagen Frank Debruyne. Natürlich spiele das Wetter auch dem Badener aus dem pfälzischen CR-Racingteam nicht in die Karten. Insgeheim peilte Debruyne, der auch in diesem Jahr von der Firma Abwasser-Sanierungs-Technik AST unterstützt wird, einen Platz unter den ersten drei der Endabrechnung an. Angesichts der Umstände bei seiner Premierenausfahrt für die Saison 2013 und gleichzeitigen erstem Rollout seines neuen Formel 3, konnte sich der 11. Rang in der Gesamtwertung und dass knapp vor dem besten 2-Liter Sportwagen, mit Bernd Letmade am Steuer, sehen lassen.

Die Geschichten in den einzelnen Klassen und Gruppen ist schnell erzählt: Im NSU Bergpokal siegte wie schon so oft Steffen Hofmann. Die Entscheidung brachte hier aber erst der letzte von feuchten Verhältnissen geprägte letzte Lauf. Der Burgebracher lag nach den ersten beiden Auffahrten Kopf an Kopf mit dem Nürnberger Jörg Höber, doch auf schlüpfriger Piste war Hofmann mutiger. Dritter von 15 gestarteten NSU´s wurde Uwe Schindler. Thomas Krystofiak, Jörg Davidovic und Frank Kleineberg auf den Plätzen vier bis sechs, hatten von Anfang an mit dem Rennausgang nichts zu tun. Ihre jeweiligen Gruppen gewannen: Richard Rein (Ford Capri / Gr. CTC), Slalomspezialist Michael Frank (VW Polo / Gr. G), Gaststarter Markus Burtscher (BMW M3 E36 / Gr.N), ex-Bergpokalsieger Helmut Knoblich (Peugeot 306 Maxi / Gr.A), André Wiebe (Renault Laguna / Gr.H), Herbert Stolz (Porsche / Gr.E1), Peter Amann (PRC Honda / E2-C3), Uwe Lang (Osella / E2-SC), Frank Debruyne (Dallara / E2-SS). Ein Bericht über den KW Berg-Cup folgt.

1. Uwe Lang (D) Osella PA 20S Evo, 5:47,611  2. Herbert Stolz (A) Porsche 935 II, 5:48,955  3. Mario Minichberger (D) VW Scirocco 16V, 5:53,942  4. André Wiebe (D) Renault Laguna, 5:55,382  5. Dieter Rottenberger (D) BMW 318is STW, 5:56,818  6. Holger Fladung (D) Osella PA 20S, 5:56,995  7. Roman Sonderbauer (D) Opel Kadett C 16V, 6:02,377  8. Patrick Orth (D) BMW 320 E30, 6:05,248  9. Hans-Peter Eller (D) Ford Escort RS 2000, 6:07,429  10. Christian Auer (D) BMW M3 E30, 6:07,652  11. Frank Debruyne (D) Dallara F303 Opel, 6:09,038  12. Bernd Letmade (D) Norma M20 Honda, 6:09,625

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