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Der "Countdown" läuft - 24 Stunden-Rennen in der "Grünen Hölle"

Das 41. ADAC Zurich 24h-Rennen wirft seine Schatten voraus - Team Leutheuser im Streß

Das französische Team als Titelverteidiger im berüchtigten Karussell. Foto: Höhn

Den engeren Kreis der Favoriten stellen wieder die Werke Audi, BMW, Porsche und Mercedes, in der Kategorie der GT3-Fahrzeuge. Titelverteidiger Audi tritt werkseitig wieder mit dem Audi R8 LMS ultra an, unterstützt vom Team Phönix. Das BMW-Werksteam Schubert setzt auf seine beiden BMW Z4 GT3. Die Porsche-Teams von Manthey-Raeder und Frikadelli erfahren für ihre Porsche 911 GT R Werksunterstützung, auch durch den Einsatz von Werkspiloten. Dies gilt auch für die Mercedes-Teams von ROWE und Black Falcon, die ihre Mercedes Benz SLS AMG GT3 an den Start  bringen. Rund 20 siegfähige Autos versprechen höchste Spannung.  Aston Martin, Toyota, Subaru und Hyundai sind weitere Werksteams, die in den verschiedenen Klassen um den Erfolg kämpfen. Nicht minder spannend geht es im Rahmenprogramm zu. Seit Jahren versteht es der veranstaltende ADAC Nordrhein hervorragend, mit tollen Serien den Zuschauern rund um das 24h-Rennen Motorsport auf hohem Niveau zu bieten. In diesem Jahr darf man sich freuen auf den ATS Formel 3 Cup. Dieser wird in drei Läufen am Samstag und Sonntag ausgetragen. Ein Leckerbissen für die eingefleischten Fans ist das gemeinsame Rennen von Renault Clio und Mini Trophy. Nicht zu vergessen, den Porsche Carrera Cup und als Highlight des Rahmenprogramms, das Drei-Stunden-Rennen der ADAC 24h-Classic mit historischen Fahrzeugen auf der Nordschleife. Am Freitag wird außerdem die Gleichmäßigkeitsprüfung der RCN ebenfalls auf der Nordschleife ausgetragen.

Einen besonderen Leckerbissen hat der Veranstalter für seine Besucher noch parat. Der siebenmalige Formel 1 Weltmeister Michael Schumacher hat sich ein besonderes Dankeschön an seine Fans ausgedacht. Das Rahmenprogramm vor dem Countdown zum ADAC Zurich 24h-Rennen ist um eine Attraktion reicher: Der siebenmalige Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher fährt am Sonntag (19. Mai 2013) vor dem Start des 24h-Rennens auf dem Nürburgring. Als Dankeschön an seine Fans für die langjährige Treue und Unterstützung während seiner Formel 1-Karriere dreht Schumacher eine Runde mit einem Mercedes AMG Petronas F1 W02 auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. Es ist das erste Mal, seit Juan Manuel Fangios Sieg am 01. August 1954, dass ein aktueller Formel 1-Silberpfeil durch die "Grüne Hölle" fahren wird. (ADAC Nordrhein Sportpresse)

Diesen Automobil Marathon in der Eifel zeichnet aber weit mehr aus. Die unvergleichliche Atmosphäre rund um die Strecke begeistert Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen. Der aus Würzburg stammende BMW-Werksfahrer Dirk Müller hat es auf den Punkt gebracht: "Im Rennauto siehst  du die Lagerfeuer, riechst den Duft der gegrillten Bratwürste und spürst die Begeisterung dieser unvergleichlichen Fans - Runde um Runde". In eine gigantische Partymeile werden etwa 200 000 Zuschauer die Nordschleife von Donnerstag 16. Mai, bis zur Zieldurchfahrt am Pfingstmontag um 17 Uhr verwandeln. "Nirgendwo sonst, auch nicht in Le Mans, sind die Fans so hautnah dabei wie hier. Das gilt für das Treiben im Fahrerlager, insbesondere aber für das rund um die Nordschleife. Was da abgeht, kann man eigentlich gar nicht beschreiben. Das muss man selbst erlebt haben!", so das Statement von Dirk Müller. Das sehen auch die Rhöner Fans so, die Jahr für Jahr immer zahlreicher zu diesem Superevent pilgern.

Aber nicht nur deshalb sind die Rhöner vor Ort zu finden, sondern auch um das einheimische Team Leutheuser Racing&Event (ehemals Lingmann) aus Bad Königshofen zu unterstützen. Der junge Team-Chef Christian Leutheuser hat in diesem Jahr seine Feuertaufe als Chef beim 24h-Rennen. Obwohl er in den vergangenen Jahren viel von seinem Ziehvater Herbert Lingmann und seiner Frau Marion abgucken konnte, trägt Christian Leutheuser eine schwere Bürde, auch angesichts der Ereignisse in den letzten Wochen. Es ist bewundernswert, wie er mit diesem Druck umgeht und das Ereignis der Ereignisse generalstabsmäßig plant und umsetzt. Besucht man dieser Tage die Teamzentrale in Bad Königshofen, trifft man  auf eine hektische Betriebsamkeit und trotzdem auf eine fast familiäre Atmosphäre. Vier(!) Autos müssen für den Langstreckenklassiker vorbereitet werden. Akribisch wird die letzte Schraube begutachtet, damit im Rennen keine unliebsame Überraschung auftritt, vor der man aber trotzdem nicht gefeit ist. Alle Motoren wurden einer Revision unterzogen und für jedes Fahrzeug ein adäquater Ersatzmotor gebaut. Außerdem musste der beim letzten VLN-Rennen verunfallte BMW M3 wieder aufgebaut werden. In all der Turbolenzen steht Christian wie ein Fels in der Brandung, organisiert, berät und legt selbst Hand an. Seine Frau Lisa organisiert derweil die Verpflegungslogistik für das komplette Team, einschließlich Fahrer. Ein Mammutprogramm! Drei der vier Fahrzeugbesatzungen sind seit längerem fix. Das E82er Coupé geht als Titelverteidiger in der Klasse SP5 (bis 3000 ccm) an den Start, mit Pierre de Thoisy, Philippe Haezebrouck und Maxence Maurice, der Thierry Depoix ersetzt, wieder gut besetzt. Den zweiten SP5 BMW M3 steuern Harald Rettich, Offenburg; Richard Purtscher, Österreich und Wolfgang Lang, Köln. Es ist immer eine prickelnde Sache, wenn die härteste Konkurrenz aus dem eigenen Lager kommt. Die Leutheuser-Truppe hat allerdings schon mehrfach gezeigt, dass sie damit umgehen kann. Den BMW E46 in der SP6 (bis 3500 ccm) pilotieren Michael Hess, Kreuzau; Kurt Thiel, Schweiz (Klassensieger im Vorjahr mit den Franzosen auf dem E82 Coupé); Ulli Packeisen, Wuppertal und Hubert Nacken Steißlingen. Die Besatzung des Toyota GT 86 ist noch offen. Zunächst war geplant, dass Vater und Sohn Kudrass (Wolfgang und Alexander) sich einen Wunsch erfüllen und das Rennen gemeinsam bestreiten wollten. Nun hat sich Vater Wolfgang leider eine Verletzung eingehandelt, die seinen Einsatz noch fraglich machen. Christian Leutheuser ist allerdings zuversichtlich, dass auch diese Besatzung noch komplettiert werden kann. Am kommenden Dienstag beginnt der Transport zum Nürburgring. Alle hoffen natürlich auf erträgliches Wetter, denn die "Grüne Hölle" kann erbarmungslos sein. Zeitplan, Starterliste und Infos über www.24h.rennen.de        

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